Ricinolsäure
Rizinusöl besteht bis zu 85% aus Ricinolsäure, einer ungesättigten Omega-9-Fettsäure. Sie ist zum einen verantwortlich für die abführende Wirkung, zum anderen wird sie in der Geburtshilfe in einem sogenannten Wehencocktail genutzt, um die Geburtswehen auszulösen.
Weiterhin wird das Zinksalz in der Ricinolsäure als desodorierender Zusatz in Deostoffen und als Geruchsbinder in Cremes, Lotionen oder auch Fußpflegeprodukten genutzt. Dabei stoppt das Zinksalz nicht die Transpiration, sondern hilft dabei, die übel riechenden Stoffe, die durch die bakterielle Zersetzung des Schweißes entstehen, einzudämmen.
Linolsäure
Essentielle Fettsäuren sind für die Gesundheit des Menschen unentbehrlich. Eine der wichtigsten stellt die Linolsäure dar. Sie stabilisiert die Strukturen der Zellmembranen unter der Haut – daher macht sie auch etwa 20% der in der gesunden Haut vorkommenden Fettsäuren aus. Ist der Anteil geringer, wird die Haut trocken, sie schuppt und büßt Elastizität ein. Linolsäure spendet Feuchtigkeit. Sie kann wie andere essentielle Fettsäuren nicht im Körper oder der Haut selbst gebildet und muss daher von außen zugeführt werden. Hierzu bieten sich Pflanzenöle wie Sonnenblumen-, Distel- oder eben Rizinusöl an. Weiterhin hat Linolsäure starke entzündungshemmende Eigenschaften und wirkt daher besonders gut zur Behandlung von z. B. Akne oder Psoriasis (Schuppenflechte). Eine weitere positive Wirkung ist, dass Linolsäure gegen dunkle Verfärbungen der Haut helfen kann, die z. B. infolge von Akne, während der Schwangerschaft oder durch intensive Sonnenbäder ohne Schutz entstehen können, indem sie die Melaninsynthese reguliert. Melanin ist ein Hautpigment, das für die Farbe der Haut, Haare und Augen zuständig ist.
Palmitinsäure
Sie ist ein wichtiger Bestandteil der natürlichen Hautbarriere und schützt den Körper gegen äußerlich eindringende Stoffe. Ihr Anteil in der Haut verringert sich mit zunehmenden Lebensalter, daher werden Öle, die reich an Palmitinsäure sind, gerne in Anti-Aging-Produkten für reife Haut eingesetzt.
Rizinusöl gegen Verstopfung
Das Öl ist ein altes Hausmittel, um Verstopfung zu behandeln.
Im Gegensatz zu vielen anderen Abführmitteln tritt die Wirkung sehr schnell innerhalb von zwei bis vier Stunden ein. Zur Anwendung eignet sich Rizinusöl aus der Apotheke. Morgens vor dem Frühstück werden ein bis zwei Esslöffel davon pur eingenommen.
Da es einen eigentümlichen Geschmack hat, der nicht jedermanns Sache ist, kann es auch mit anderen Flüssigkeiten gemischt werden: Hier bieten sich Mischungen mit warmer Milch an, die bei Bedarf auch noch mit Honig, Agavendicksaft oder Ahornsirup abgeschmeckt werden können. Die „Abführ-Trank“ sofort nach der Zubereitung konsumiert werden, damit sich das Öl nicht absetzt.
Warum wirkt das Rizinusöl aber nun abführend?
Die darmanregende Wirkung resultiert nicht auf direktem Wege aus den Inhaltsstoffen des Öls, sondern aus der Aktivierung verschiedener Vorgänge im Körper.
Nach der Einnahme am Morgen auf nüchternen Magen werden im Dünndarm bestimmte Enzyme (Lipasen) freigesetzt, die der Körper aus der Ricinolsäure bildet. Die Darmschleimhaut wird dadurch minimal gereizt, wodurch die Aufnahme von Natrium und Wasser aus dem Darm wirkungsvoll gehemmt wird. Im gleichen Schritt gelangen Elektrolyte und Wasser in den Darm, der Stuhlgang wird weich und nimmt an Volumen zu. Weiterhin werden Enzyme gehemmt, die die Darmmuskulatur erlahmen lassen – daraus resultiert eine höhere Darmtätigkeit.
Rizinusöl spielt als Abführmittel auch eine wichtige Rolle vor dem Beginn einer Fastenkur, um den Körper zu entgiften.
Rizinusöl im Wehencocktail zur Geburtseinleitung
Wenn der Geburtstermin überschritten ist und Schwangere schon mindestens 10 Tage überfällig sind oder der Blasensprung bereits stattgefunden hat, die Wehen jedoch auf sich warten lassen, kann die Hebamme der werdenden Mutter mit einem Wehencocktail helfen. Dieser besteht meist aus Aprikosensaft und Rizinusöl. Er aktiviert die Wehen durch kräftige Darmbewegungen. Während der Schwangerschaft wird die Gebärmutter größer, der Darm verschiebt sich und legt sich um den Uterus herum. Durch die gesteigerte Darmaktivität werden die Muskeln in der Gebärmutter aktiviert, nach etwa drei bis sechs Stunden kommt es zu Wehen.
Rizinusöl zur Hilfe für die Haut
Das Erscheinungsbild schuppiger Haut, von Narbengewebe, Alters- und Pigmentflecken lässt sich durch den Einsatz von Öls verbessern.
Entzündliche Hauterkrankungen können schneller abheilen, wenn man die betroffenen Stellen mit Rizinusöl behandelt. Außerdem wirkt es sich wie ein Schutzfilm auf kleine Wunden, Fissuren und Risse der Haut aus. Daher können auch die Beschwerden, die Hämorrhoiden mit sich bringen, durch die gute Tiefenwirkung behandelt werden. Es dringt in die tiefen Hautschichten ein, erreicht die Zellzwischenräume und stellt die Elastizität verletzter Zellen wieder her.
Rizinusöl gegen Schmerzen
Als Kompresse oder Auflage kann es auf wunde oder schmerzende Körperstellen gelegt werden. Wichtig ist, dass das Öl dabei etwa handwarm sein sollte. Die Kompresse sollte mit einer Wärmflasche warm gehalten werden.
- Eine Auswahl führt zu einer vollständigen Seitenaktualisierung.