Welche Einsatzgebiete gibt es für die Hyaluronsäure?
Medizinischer Einsatz von Hyaluronsäure
In der modernen Medizin kommt die Hyaluronsäure bereits seit längerer Zeit erfolgreich zum Einsatz. Hyaluronsäure als Wirkstoff wird für die Allgemeinmedizin in zahlreichen Darreichungsformen angeboten: als Spritzen, Ampullen, Cremes, Gels, Tropfen oder Kapseln.
Als medizinische Injektion wird es in erster Linie zur orthopädischen Behandlung von Gelenken mit Arthrose (Gelenkverschleiß) eingesetzt. Bei der sogenannten Viskosupplementation wird die Hyaluronsäure vom Arzt direkt in die Zwischenräume der Gelenke gespritzt. Auf diese Weise wird die Gelenksflüssigkeit wieder aufgefüllt, das Gelenk also „geschmiert. Dadurch kann es in seiner Beweglichkeit und Funktion unterstützt werden.
Trockene Augen können durch Hyaluronsäure-Augentropfen gelindert werden. Durch die Behandlung bildet sich ein dünner, wasserbindender Film über dem Auge. Genauso wie die (in diesem Fall zu wenig vorhandene) Tränenflüssigkeit hält dieser dann die Augen feucht.
Eine andere Anwendungsmöglichkeit besteht in der lokalen Behandlung der Nasenschleimhaut mit Hyaluronsäure. Viele der heute handelsüblichen Nasensprays enthalten Hyaluron, um der Austrocknung der Nasenschleimhaut vorzubeugen.
Hylauronsäure bewirkt auch eine verbesserte Wundheilung, wird daher auch bei Hautverletzungen und Narben angewendet.
Dies sind nur einige Beispiele.
Schönheitsmedizin bzw. ästhetische Dermatologie
Da im Laufe der Jahre die Hyaluronsäureproduktion im Körper abnimmt, das Gewebe schlaffer wird und die Haut sinkt nach unten absinkt, können im Zusammenspiel mit der Schwerkraft sog. Gravitationsfalten entstehen. Sie lassen das Gesicht meist hart, streng, verbraucht, alt und müde aussehen.
Doch die Hyaluronsäure kann der Haut wieder zugeführt werden – in der ästhetischen Medizin geschieht das mit sogenannter Fillern. Die Substanz biotechnologischem Ursprungs wird mit einer feinen Kanüle unter bestimmte Hautfalten und -bereiche gespritzt. Auf diese Weise gelangt sie in tiefere Schichten der Haut und entfaltet dort ihre aufpolsternde und volumenschenkende Wirkung. Injektionen mit Hyaluronsäure werden bei der Aufpolsterung von Naso-Labialfalten, kleinen Kräuselfalten um den Mund, eingesunkenem Gewebe, Stirnfalten und Knitterfältchen am Dekolleté verwendet.
Zudem kann das Lippenvolumen damit erhöht werden (Lippenaufpolsterung). Hierbei beruht das Prinzip auf der hohen Wasserbindung und dem damit einhergehenden Aufpolsterungseffekt. Das Ergebnis hält dann etwa ein Jahr an.
Erneute Behandlungen nach diesem Zeitraum sind immer wieder möglich.
Hyaluronsäure-Injektionen sind eine Alternative zu Botulinumtoxin. Im Vergleich sind sie günstiger, lähmen keine Muskeln, sind verträglicher und weniger schmerzhaft. Sie regen zusätzlich die Kollagensynthese an.
Kosmetik
Auch die Kosmetikindustrie hat die Vorzüge von Hyaluronsäure entdeckt – denn Forscher haben heraugefunden, dass die Haut – wenn sie aber über einen längeren Zeitraum immer wieder mit Hyaluron versorgt wird – wieder praller wird. Somit werden Falten werden sichtbar reduziert.
Aber aufgepasst! Nicht jedes Produkt ist gleichermaßen wirksam, denn Hyaluron ist nicht gleich Hyaluron! Entscheidend ist die Molekülgröße. Mehr dazu im folgenden Abschnitt.