Cola und Mentos, Elefant und Porzellan-Laden, Amber Heard und Johnny Depp – was fällt hier auf? Richtig, irgendwie passt hier nichts so wirklich gut zusammen. Auch im Bereich anspruchsvoller Beautycare gibt es das: Inhaltsstoffe, die nicht unbedingt miteinander kombiniert werden sollten. Allerdings ist hier nicht alles in Stein gemeißelt. So gibt es hinsichtlich der Kombinationsmöglichkeit verschiedener Inhaltsstoffe oftmals unterschiedliche Ansichten. Zumeist kristallisieren sich aber bestimmte Vorgehensweisen heraus, mit denen Du definitiv nichts falsch machen kannst.

Das gilt auch für die Anwendung des Beautycare-Allrounders Retinol. Das bereits vor über 100 Jahren vom amerikanischen Biochemiker Elmer McCollum entdeckte Vitamin A-Derivat kommt eigentlich bereits seit den 70er Jahren in Anti-Falten Cremes zum Einsatz. Das vielfältige Wirkungspotenzial, mit dem Retinol selbst im Alleingang effektives Anti-Aging verspricht, macht es aber derzeit zum absoluten Star in der Anti-Aging und Skincare-Welt.

Verwunderlich ist das allerdings nicht: Retinol wirkt anti-oxidativ, regt die Kollagensynthese an und polstert die Haut mit Feuchtigkeit auf, was zur Reduzierung und Vorbeugung von Falten führt. Dabei verfeinert es die Poren, indem es die Talgproduktion bremst und so effektiv gegen Pickel und Akne wirkt. Das Ergebnis ist ein glatteres, ebenes Hautbild. So trägt Retinol insgesamt zu einer vitalen Haut und einem frisch wirkenden Teint bei. Zusätzlich schützt Retinol die Haut optimal, indem es die Regeneration und die Zellneubildung anregt.

Retinol kann also eine Menge für Dich und Deine Haut tun. Und obwohl Du Dir keine Sorgen machen musst, dass Du nun bestimmte Produkte in Verbindung mit Retinol meiden musst, wie der Teufel das Weihwasser, gibt es doch zumindest ein paar Inhaltsstoffe, bei denen Du zumindest vorsichtig sein solltest.

Die gebotene Vorsicht liegt vor allem in der großen Stärke Retinols begründet: der besonders hohen Wirksamkeit! Retinol gehört zu den wichtigsten aktiven Wirkstoffen in der Kosmetik. Für Produkte, die Retinol enthalten, bedeutet das, der Wirkstoff liegt in einer Konzentration vor, die eine starke und effektive Wirkung auf Deine Haut hat. Und genau das erwartest Du ja auch von dem Produkt. Gerade wegen seiner hautaktivierenden Eigenschaften entfaltet Retinol sein gigantisches Potenzial.

Neben Retinol gibt es aber zum Beispiel die Salicylsäure, auch bekannt als Beta-Hydroxy-Acid (BHA). Salicylsäure ist in Kosmetikprodukten ebenfalls als aktiver Wirkstoff zu finden und wirkt, ähnlich wie Retinol, stark hautaktivierend. Bei der Verwendung von Retinol in Verbindung mit Produkten, die auf dem aktiven Wirkstoff Salicylsäure basieren, besteht dementsprechend die Gefahr, dass Du Deine Haut überforderst. Das kann dann zur Austrocknung der Haut führen. Ganz ähnlich verhält es sich mit der Glykolsäure. Dieser auch als Alpha-Hydroxy-Acid (AHA) bekannte aktive Wirkstoff dringt tiefer vor als die in den oberen Hautschichten wirkende Salicylsäure, ist ebenfalls hautaktivierend und empfiehlt sich somit nicht in Kombination mit Retinol.

Wenn Du also bereits regelmäßig Retinol in Deiner Pflegeroutine verwendest, solltest du die Kombination mit Hautpflege-Produkten, die Salicylsäure (BHA) oder Glykolsäure (AHA) enthalten, vermeiden. Kein Grund enttäuscht zu sein, denn Retinol aktiviert bereits das maximale Potenzial Deiner Haut. Da gibt es keinen Grund, die Haut unnötig zu überfordern.

Aber hatten wir nicht anfangs erwähnt, dass nicht alles in Stein gemeißelt ist? Völlig richtig! Es gibt tatsächlich eine Einschränkung für die Empfehlung, Retinol nicht mit BHA und AHA zu kombinieren. Denn in erster Linie gilt diese Empfehlung vor allem für sensible Haut. Bei normaler oder besonders öliger Haut kann die Kombination von Retinol und BHA/AHA sogar durchaus positive Effekte erzielen.
Und damit hinkt unser Vergleich vom Anfang doch ein wenig: Denn während Retinol und BHA/AHA unter bestimmten Umständen doch noch zueinander finden, dürfte diese Hoffnung beim Elefanten im Porzellan-Laden wohl vergeblich sein.