Haben das wirkungsvolle Vitamin A bzw. Retinol und die Vorstellung des ersten Smartphones eine Gemeinsamkeit? Da dies zunächst merkwürdig klingt, folgt hier die Erklärung:

Als Steve Jobs am 09.01.2007 mit dem iPhone das erste waschechte Smartphone vorstellte, konnte niemand erahnen, welch ungeheuren Siegeszug der digitale Alleskönner antreten würde. Erste Ansätze zum Smartphone hatte es bereits zuvor gegeben, doch jetzt wurde das Ganze in einem stimmigen Gesamtpaket für den Massenmarkt präsentiert: ein Telefon, bei dem die Funktion des Telefonierens zukünftig nur noch eine von vielen sein würde. Und schon sind wir bei der Gemeinsamkeit von Smartphone und Retinol...

Ein Wirkstoff, viele Möglichkeiten

Retinol (Vitamin A) ist in der Skincare Welt schon länger als wahrer “Alleskönner” bekannt und beliebt. So verspricht der Performance-Wirkstoff mit seinen hautaktivierenden Eigenschaften Hilfe bei vielen unerwünschten Zeichen der Hautalterung: Retinol regt die Regeneration der Haut und die Zellneubildung an, mildert Falten und Hautflecken und kann für einen ebenmäßigen Teint und glattere Haut sorgen. Und obwohl Retinol damit bereits eine beeindruckende Palette an “Anti-Aging”-Leistungen auffährt, ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. Denn Retinol verspricht Abhilfe auch bei einem weiteren, weit verbreiteten und nur allzu bekannten Problem.

Schönheitsmakel mit vielen Namen

Man kennt sie als “Hautgries”, “Grieskorn” oder einfach als “Milien”: Kleine gelbliche oder weiße Punkte, die besonders häufig im Augen- oder Wangenbereich zu finden sind. Bei Milien handelt es sich nicht etwa um eine Hautkrankheit, sondern um kleine Zysten, die sich an den Talgdrüsenausgängen bilden und aus Hornmaterial bestehen. Aus ästhetischen Gründen werden sie zumeist als störend empfunden. Und wenn Du ein stattliches Exemplar beim morgendlichen Blick in den Spiegel bemerkst, dann ist die Versuchung groß, genau dasselbe zu tun, was Du im Falle eines nervigen Pickels vermutlich auch tun würdest — ist doch klar, ausdrücken!

Das ist tatsächlich eine ganz schlechte Idee. Denn obwohl so ein Milium einem Pickel ziemlich ähnlich ist, würdest Du mit dem Versuch, den ärgerlichen Schönheitsmakel auszudrücken, wahrscheinlich nicht nur scheitern, sondern das Ganze auch noch verschlimmern. Denn während sich in einem Pickel flüssiger Eiter befindet, sitzt im Milium relativ hartes Hornmaterial. So besteht die Gefahr, dass Du vergeblich versuchst, das Milium auszudrücken. Und weil das nicht funktioniert, drückst Du immer fester. Das kann dann schnell zu einer Entzündung führen. Deswegen müssen Milien mit einer spitzen Kanüle oder einem speziellen Milienmesser zunächst angeritzt werden. Danach kann dann der Inhalt des Miliums vorsichtig herausgedrückt werden. Aufgrund der Infektionsgefahr solltest Du diese Behandlung aber ausschließlich von Deiner Hausärztin durchführen lassen.

Abhilfe durch Retinol

Retinol wirkt hautaktivierend und regt sowohl die Regeneration als auch die Zellneubildung der Haut an. Dabei hat es einen peelenden Effekt, indem es die Haut weich macht, verstopfte Poren befreit und abgestorbene Hautschüppchen in der oberen Hautschicht löst. So erklärt sich auch die Eignung des Retinols für die Behandlung von Milien. Denn durch die Peeling-Wirkung wird die Haut geöffnet und das im Milium befindliche Keratin freigelegt. Mit seiner porenverfeinernden und schützenden Wirkung, beugt Retinol außerdem der Neubildung von Milien vor.

Wenn Du Milien mit Retinol behandeln möchtest, solltest Du zunächst Dein Gesicht gründlich waschen. Nach ca. 30 Minuten gibst Du einfach einen erbsengroßen Klecks des Retinols auf die zu behandelnden Stellen. Der Wirkstoff darf allerdings nicht in die Augen gelangen, da sonst Irritationen und sogar Schädigungen drohen. Aus diesem Grunde ist Retinol auch nicht für die Verwendung auf dem Augenlid geeignet. Ganz wichtig: Retinol solltest Du ausschließlich abends verwenden, da die hauterneuernden Eigenschaften des Vitamins die Haut empfindlich gegenüber UV-Strahlung machen. Trage deswegen idealerweise am Morgen nach der Verwendung ein Sonnenschutzmittel mit ausreichend hohem Lichtschutzfaktor auf (ideal LSF 50).

Wie Du siehst, ist Retinol ein wahrer Tausendsassa unter den besten Anti-Aging Wirkstoffen. Und im Hinblick auf das Smartphone bist Du mit Retinol sogar noch klar im Vorteil. Denn die vielen Vorzüge des “Wundervitamins” stehen Dir immer und ohne Einschränkung zur Verfügung — auch ohne Update!